Propaganda und ihre Opfer – Was der »Presseclub« der ARD unter Journalismus versteht

„Vier gegen Willi“, so nannte Gerhard Wisnewski das, was ARD und ZDF regelmäßig in den politischen Talkshows präsentieren. Statt einer ausgewogenen Besetzung und einem Austausch von Fakten und Argumenten verbreitet eine personelle Übermacht linientreuer Propagan­disten unter Anleitung eines oftmals nicht minder voreingenommenen „Moderators“ die Botschaften und Ansichten der von Washington kontrollierten politischen und wirtschaftlicher Eliten.

Bild anklicken, Webseite Phoenix!

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Der „Presseclub“ ist ein wiederkehrendes Paradebeispiel für diese primitive Form der Meinungsmache. Fest in der Hand transatlantischer Netzwerke und sogenannter „Think-Tanks“ (der Begriff beschreibt, was diese von Staat und Wirtschaft finanzierten Organisationen produzieren) wie DGAP oder SWP, wird Sonntag mittags in der ARD, Phoenix und staatlichem Hörfunk das verbreitet, was deutsche Bürger denken (think) sollen.

Schon die Einleitung des Atlantikbrücken-Bengelchens Jörg Schönenborn verdeutlichte, wohin die realitätsverzerrende Reise im Transatlantik-Express gehen sollte.

Schönenborn: „…Die Lage scheint weiter zu eskalieren. Russlands Präsident Putin hat seinen einzigen Flugzeugträger und mit ihm eine Kriegsflotte in Marsch gesetzt in Richtung Mittelmeer. Das Ganze vermutlich Vorbote einer neuen, noch brutaleren Phase des Syrienkriegs. Auf jeden Fall eine neue Provokation, denn auch bisher schon sind es russische Kampfflieger, die es dem syrischen Diktator Assad möglich machen, die Bevölkerung in Aleppo weiter zu bombardieren und zu terrorisieren. Wie soll der Westen darauf reagieren?…“

Die Lügen und Verzerrungen dieses öffentlich-rechtlichen Stück Scheiße haben mit der Realität in Syrien offensichtlich wenig zu tun. Sie sind die Essenz der Propaganda jener westlichen Kriegsparteien, die dieses Verbrechen über Jahre geplant haben und bis heute mit Waffenlieferungen an islamistische Terroristen vorantreiben, um den rechtmäßigen und von einer Mehrheit gestützten Präsidenten Assad gewaltsam zu beseitigen.

Wenn das Verbrechen an den Syrern eines Tages von Historikern aufgearbeitet wird, dann wird man auch die westliche Öffentlichkeit zur Erkenntnis gelangen, dass die jahrelange Propaganda und Desinformation durch Abschaum wie Jörg Schönenborn die Grundlage dafür war, die Friedensbewegung an der westlichen Heimatfront zu sedieren. Nur im Schatten dieser Propaganda konnten westliche Staaten seit 2011 in Syrien Terrorismus und Massenmord betreiben.

Der intellektuell beschränkte Schönenborn, dessen Dummheit nicht nur verbal sondern immer wieder in Form eines wirren Grinsens an die Oberfläche durchschlägt, dürfte noch immer an einem Trauma knabbern, das ihm der russische Präsident anlässlich eines Interviews im April 2013 zugefügt hatte. Weit mehr als 2 Millionen Klicks bei YouTube hat allein eine Kopie dieses denkwürdigen Schauspiels. Zweifellos eine Spitzenposition in der Kategorie politischer Interviews.

Neben GEZ-Schmarotzer Schönenborn hat die ARD gleich drei weitere transatlantische Propagandisten und Kriegshetzer aufgeboten, die mit Journalismus so viel zu tun haben wie Julius Streicher oder Joseph Goebbels. Allen voran Stefan Kornelius, Mitglied der Atlantik-Brücke, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik, Bundesakademie für Sicherheitspolitik, Körber-Stiftung, American Institute for Contemporary German Studies, Deutsche Atlantische Gesellschaft, Teilnehmer der Münchner Sicherheitskonferenz, etc. Einfältige Menschen, wie die zwei Anrufer, auf die wir später zu sprechen kommen, halten jemanden wie Kornelius vermutlich tatsächlich für einen „Journalisten“.

Dazu die einschlägig bekannte Julia Smirnova von der Springer-Presse. Wer mehr als drei ihrer Machwerke gelesen hat, der weiß, dass dort jemand sein Soll an Russlandbashing in vorauseilendem Gehorsam übererfüllt und mit der gleichen Hetze auch unter den Nazis „glänzende Karriere gemacht hätte.

Weniger bekannt ist Alois Kösters von der lediglich regional bedeutsamen Magdeburger Volksstimme, der schon in seinem Eingangsstatement eingestehen musste, dass er von den eigenen Lesern (für seine antirussische Propaganda) „ziemlich viel kritische Rückmeldungen“ erntet. Das aber ist genau der Grund, warum er als Gast zum Presseclub eingeladen wurde: Er ist voll auf Linie und sollte das dann auch in seinen weiteren Äußerungen („Putin ist nur militärisch eine Großmacht und kann keine politischen oder wirtschaftlichen Angebote machen“) unter Beweis stellen.

Um diesem absurden Ensemble aus transatlantischen Propagandisten notdürftig den Anschein von „Ausgewogenheit“ zu geben, wurde einmal mehr der Russe Dimitri Tultschinski eingeladen. Dessen Deutsch ist gelinde gesagt begrenzt und dermaßen von „ähs“ durchsetzt, dass er – ohnehin allein auf dem Posten des „Russlandverstehers“ – den perfekten „Willi“ in der Runde abgibt. Schönenborn fiel Tultschinski sage und schreibe vier mal (13:44, 21:44, 32:50, 34:49 Min.) ins Wort und würgte dessen Gedanken ab. Seinen transatlantischen Kollegen hingegen fiel Schönenborn nicht ein einziges mal ins Wort, sondern zeigte verbal und mimisch Zustimmung oder assistierte mit benötigten Ergänzungen.

Höhepunkt der Propagandafarce waren jedoch zwei im Anschluss der regulären Sendung von Schönenborn ausgewählte und zugeschaltete Anrufer, die die Lügen und Desinformation der vergangenen Jahre vollkommen verinnerlicht hatten, unreflektiert nachplärrten und noch einmal verstärkten:

Rüdiger Schult (Rotenburg): „…dass ein Herr Putin, ein Herr Assad Kriegsverbrecher sind mit Fassbomben, mit Brandbomben, mit bunkerbrechenden Bomben gegen zivile Ziele und so weiter, das dürfte ja mittlerweile klar sein… Da muss man doch einfach mal sagen, wir wollen doch einfach unsere Menschenrechte in die Welt transportieren und dann muss man das durchsetzen…mit absoluten durchgesetzten Sanktionen und dabei wirklich einfach einem Herrn Putin begreiflich machen, dass man auch Gas nicht essen kann. Abschneiden von allen wirtschaftlichen Verbindungen…“

Schult ist sicherlich ein Prachtexemplar für die von ARD und ZDF betriebene Verblödung. Er hat keinen Schimmer von den tatsächlichen Hintergründen des Krieges, wer dieses Verbrechen geplant und begonnen hat und dass der Westen seine „Werte“ mittels Saudi-Arabien, Katar und islamistischen Terroristen gegen einen säkularen und fortschrittlichen Präsidenten vorantreibt, der von der Mehrheit der Syrer unterstützt wird. Rüdiger Schult lebt in einer von der Propaganda errichteten Parallelwelt das Leben eines Idioten. In seiner wirren Welt bombardieren Syrien und Russland in Aleppo nicht Terroristen von al-Nusra, sondern aus reiner Bösartigkeit die eigene Zivilbevölkerung. Dabei ist Schult selbst – unwissend, aber nicht unschuldig, denn er könnte sich informieren – über die deutsche Politik, die er sehr wahrscheinlich in den vergangenen Wahlen legitimiert hat, an diesem Massenmord beteiligt und wähnt sich – weil man ihn täglich für dumm verkauft – auch noch auf der Seite der Guten. Genau so umfassend funktionierte die Propaganda im Dritten Reich.

Ein weiterer Anrufer setzt dem aber noch die Krone auf.

Karl Ernst Hey (Wiesbaden): „… Können wir mit Putin überhaupt auf gleicher Augenhöhe verhandeln? Ich glaube, einmal in der Geschichte gab’s das, das war bei der Kuba-Krise. Da kann sich jeder wohl dran erinnern. Da kam von damals Kennedy die ganz klare Order: entweder du baust deine Raketen ab oder wir ergreifen die entsprechenden Maßnahmen! Und da hat Russland zurückgezuckt. Wenn ich jetzt den Fall Ukraine sehe, die Krim sehe, da haben wir immer nur mit Diplomatie und ‚das kannst du doch nicht machen, lieber Putin!‘ … das hat ihn überhaupt nicht interessiert. Putin agiert! Auch jetzt in Syrien. Es interessiert nicht. Der geht hin… Wir führen diplomatische Verhandlungen, wollen die Sache beenden in Syrien und er fährt ins Mittelmeer mit Kriegsschiffen auf.“

Schönenborn: „Herr Hey, was ist in einem Satz ihr Votum, ihr Vorschlag?“

Karl Ernst Hey „Ja, wir müssten härter durchgreifen!“

Tultschinski: „Raketen wieder scharf machen?“

Karl Ernst Hey „Genau genommen im allerschlimmsten Fall würde ich sogar sagen: Ja!“

Schon von den tatsächlichen Hintergründen der Kuba-Krise weiß der Anrufer gar nichts. ‚Kennedy gab Order und Russland hat zurückgezuckt‘, ist die wirre Geschichte, die sich im Kopf des von ARD und ZDF seit Jahrzehnten für dumm verkauften Anrufers, festgesetzt hat. In seiner kruden Welt spiegeln sich verschiedene Methoden der westlichen Propaganda:

  • Ursache und Wirkung werden verkehrt. Tatsächlich waren es die USA, die mit der Stationierung ihrer Raketen in der Türkei den Beginn der Krise setzten und von der sowjetischen Antwort (Stationierung auf Kuba) in die Schranken gewiesen wurden.
  • Wir wollen doch nur Diplomatie! Der Anrufer hat keinen blassen Schimmer, was der Westen in Syrien tatsächlich treibt, dass es nämlich die USA und EU-Staaten waren, die den Krieg begonnen haben und bis heute vorantreiben. Tatsächlich werden Merkel und Steinmeier sowohl im Ukraine- als auch im Syrien-Konflikt von ARD und ZDF fortwährend als „Vermittler“ verkauft, die doch nur Frieden wollen, obwohl sie in beiden Kriegen – dem „gelungenen“ Putsch und Feldzug in der Ostukraine und dem gerade scheiternden Putsch in Syrien eine aktive Rolle spielen.

Wer wissen möchte, wie Propaganda wirkt, der muss sich nur den „Presseclub“ anschauen. Hier bekommt man transatlantische Lügner und Verbrecher der übelsten Sorte und im Anschluss oftmals ihre Opfer, die von Geschichte und Realität keinen blassen Schimmer haben, gerade weil man sie täglich für dumm verkauft. Wenn diese dann in ihrer umfassenden Ahnungslosigkeit nach Sanktionen rufen, die ihr eigenes Leben in den Abgrund stürzen würden – ein Stopp russischer Gas-Importe würde die EU umgehend wirtschaftlich kollabieren und politisch auseinanderfliegen lassen – oder zum „Scharfmachen der Raketen“ auffordern, dann sieht man, was Propaganda nach zwei verheerenden Weltkriegen heute schon wieder anrichten kann.

https://propagandaschau.wordpress.com/2016/10/25/propaganda-und-ihre-opfer-was-der-presseclub-der-ard-unter-journalismus-versteht/

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