Bildet Banden !

von Jack Donovan
Übersetzt von Richard

Der vorliegende Text ist Donovans Buch The Way of Man (2012) entnommen.

https://i2.wp.com/brd-schwindel.org/images/2015/12/The-Way-of-Man1-209x300.jpgUm zu verstehen, was es bedeutet, ein Mann zu sein, was Männer gemeinsam haben und warum sie kämpfen, um einander ihren Wert zu beweisen, müssen wir Gemeinschaften von Männern auf ihren kleinsten Nenner reduzieren. Große, komplexe Zivilisationen, die Millionen von Menschen umfassen, sind relativ neu für Männer.

Die meiste Zeit, die sie auf diesem Planeten verbrachten, schlossen sich Männer im Überlebenskampf zu kleinen Gruppen zusammen, die mit anderen Gruppen um Frauen und Ressourcen konkurrierten.

Um zu verstehen, wie Männer aufeinander reagieren, braucht es ein tieferes Verständnis ihrer kleinsten sozialen Einheit. Zu verstehen, was Männer voneinander erwarten, bedeutet zu verstehen, was Männer die meiste Zeit der Menschheitsgeschichte voneinander brauchten, und bedeutet ebenfalls, einen Sinn dafür zu bekommen, wie diese Bedürfnisse die männliche Psyche geprägt haben. Streift man moralische Vorwände und Volkstrachten ab, bedeutet wahre Männlichkeit, gut in einer kleinen Männerbande zu funktionieren, die ums Überleben kämpft.

Der Weg des Mannes ist der Weg der Bande.

Schimpansen organisieren sich auf so einer Basis – auf der Basis von Kleingruppen, was bedeutet, dass sie die Größe ihrer Gruppe den Umständen anpassen. Die kleineren Gruppen, die Banden, sind die stabilsten derartigen Gruppen. Die Männchen sind gegenüber ihrer Bande loyal und wechseln sie nur höchst selten.

Männer organisieren sich genauso. Nehmen wir zum Beispiel Militäreinheiten: Alle Männer einer beliebigen Armee sind Teil desselben großen Teams, aber die Verbundenheit zwischen ihnen wächst, je weiter die Größe der Einheit schrumpft. In kleineren Einheiten stehen Männer loyaler zueinander.

Der Autor Sebastian Junger befragte US-Soldaten in Afghanistan zu ihrer Loyalität. Sie beteuerten, dass sie ohne zu zögern für jeden in ihrem Zug oder in ihrer Kompanie ihr Leben aufs Spiel setzen würden. Aber danach wurden die Verbindlichkeiten rasch weniger.

Auf der Ebene der Brigade, also bei 3000 bis 4000 Mann, wird jeder Gemeinsinn, wird jede Gemeinschaftsidentität oder gemeinschaftsstiftende Ziele zu einem sehr gekünstelten Konstrukt. Oft gibt es Rivalität unter den verschiedenen Gruppen. Jede Kompanie oder gar jeder Zug hat seine eigenen Rituale, Traditionen, Symbole und seine eigene Geschichte.

Einige Forscher sind der Meinung, dass das menschliche Gehirn nur genug Informationen verarbeiten kann, um zu 150 Personen sinnerfüllte Beziehungen zu unterhalten. Das entspricht in etwa der Größe einer Kompanie oder auch der eines primitiven Stammes und ist auch ungefähr die Höchstzahl der „Freunde“, mit denen Menschen normalerweise über soziale Netzwerke Kontakt pflegen.

Innerhalb dieses Stammes von 150 Personen bilden Menschen dann sogar noch kleinere Gruppen. Wie vielen Menschen würden wir eine größere Summe Geld leihen? Auf wie viele Menschen können wir uns in einem Notfall verlassen? Wie viele Menschen können sich auf uns verlassen?

Wir finden uns sogar dann in dieser archetypischen Größe von Banden wieder, wenn es darum geht, sich zu entspannen oder eine Geschichte zu erzählen. Wie viele Hauptcharaktere treten in unseren Lieblingsfilmen, -büchern oder -fernsehserien auf? Die Zahl gilt ebenso für Religion und Mythos. Jesus hatte zwölf Apostel. Wie viele griechische oder nordische Götter kennen wir mit Namen?

Eine Gruppe zwischen 2 und 15 Mitgliedern besitzt eine angenehme Größe. Das ist einerseits eine gute Gruppengröße für taktische Manöver und anderseits auch noch sozial handhabbar. Eine Gruppe dieser Größe kann man gut kennen und in einem Augenblick überschauen. Darüber hinaus kann man zu Gruppen, die bis zu 100 Personen umfassen, eine Beziehung aufbauen und mit ihnen sinnvoll zusammenarbeiten. Wird diese Anzahl überschritten, werden die Beziehungen zwischen einzelnen extrem künstlich, Vertrauen geht verloren und mehr und mehr Regeln und Gesetze – immer durchgesetzt mit der Androhung von Gewalt – sind nötig, um die Männer zusammenzuhalten.

In krisengeschüttelten Zeiten, wenn Ressourcen knapp sind, wenn Regeln und Gesetze kippen, wenn der Zwang nach lässt oder wenn Männer wenig zu verlieren und mehr zu gewinnen haben, ist es der Pfad des Mannes, aus solchen großen Gruppen auszubrechen und sich zu kleinen, beweglicheren Banden zusammenzuschließen.

Wenn wir diesem Pfad des Mannes folgen wollen, wenn wir für die Rückkehr von Ehre und männlichen Werten eintreten wollen und wenn wir uns für eine ungewisse Zukunft rüsten wollen, lasst uns Banden bilden. Ehre braucht eine Gemeinschaft, in der sie gepflegt werden kann; und ebenso braucht sie die Möglichkeit, in den Augen von Gleichgesinnten in Unehre zu verfallen.

Bilden wir Gemeinschaften!

Rücken wir zusammen und erzeugen Nähe. Das Internet ist ein guter Filter. Es ist ein guter Weg, Gleichgesinnte zu finden. Dennoch sind solche Freunde aus sozialen Netzwerken oder Brieffreunde, verteilt über die ganze Welt, nicht für uns da, wenn es eng wird. Wir sollten folglich mehr Zeit darauf verwenden, Freundschaften vor Ort zu schließen. Wenn wir Freunde vor Ort haben, sollten wir darüber nachdenken, in denselben Block zu ziehen oder in dasselbe Viertel. Männer, jung und alt, lebten und starben, um Stämme zu verteidigen, deren Gebiete ebenso klein waren wie besagte Stadtviertel. Nähe erzeugt Vertrauen und Identität.

Jemandem von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu stehen, ist durch nichts zu ersetzen. Wir können Freundschaften im Internet schließen, aber nur zu einem gewissen Punkt. Im Internet kann man sich verstellen, bei einer persönlichen Begegnung ist das nur begrenzt möglich. Um einen Mann kennenzulernen, müssen wir Zeit mit ihm verbringen, müssen wir gemeinsam etwas unternehmen, müssen wir Vertrauen zueinander aufbauen. Wir sollten nicht von einem flüchtigen Bekannten erwarten, dass er uns den Rücken freihält, wenn wir in Probleme geraten.

Eine wahre Freundschaft ist wie jede andere Beziehung auch: Sie erfordert ein Geben und Nehmen. Sie braucht Zeit, sich zu entwickeln, und sie braucht gemeinsame Erlebnisse. Wenn es da also einige Jungs gibt, mit denen man etwas anfangen könnte und die mehr oder weniger dieselbe Weltanschauung vertreten wie man selbst, sollten wir dafür Sorge tragen, uns Zeit für sie zu nehmen. Nehmen wir uns also die Zeit für solche gemeinsamen Erlebnisse, nehmen wir uns die Zeit, um besagtes Vertrauen aufzubauen. Frauen, um das einmal deutlich zu sagen, selbst wenn sie „wie einer der Jungs“ sind, sind dabei fehl am Platze. In der Anwesenheit von Frauen sind Männer nicht so aufrichtig zueinander, wie sie es unter sich sind. Vertrauen braucht aber Ehrlichkeit. Männer wollen Freundinnen haben, Ehefrauen, Familien und andere Verbindungen zu Frauen in ihrem Leben, und das ist alles schön und gut – aber, wie ich schon sagte, können wir nicht erwarten, dass Männer, die uns kaum kennen, uns durch harte Zeiten hindurch helfen werden.

Unternehmen wir also etwas!

Gemeinschaftliche Essen sind in Ordnung. Sinnvoller sind aber Unternehmungen, die uns als Gruppe fordern und Taktik einüben lassen. Wir müssen lernen, einander auch ohne Worte zu verstehen und zusammen als Gruppe zu wirken. Gehen wir zusammen auf den Schießplatz. Gehen wir zusammen Jagen. Paintball spielen. Zum Bodybuilding. Zum Kampfsport. In irgendeinen Sportkurs. Zu einem Workshop. Lernen wir eine nützliche Fähigkeit. Reparieren wir etwas. Bauen wir etwas. Schaffen wir etwas.

Kriegen wir endlich unseren Arsch hoch und tun etwas.

In der Krise sind diese Männer, mit denen wir diese Art von Dingen unternehmen, die ersten, die wir anrufen. Sie werden unsere Bande sein. Sie werden unser Wir sein.

Repost vom 4. Dez 2015

http://brd-schwindel.org/bildet-banden/

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